Die von Lebensunternehmern selbst organisierte Gesellschaft
Das Billionen-Kartenhaus: Wie lange hält es noch?

Was, wenn der ganze Reichtum der Tech-Stars nur ein riesiger Bluff ist?
Ein Kartenhaus aus Hoffnung, Hype und heißer Luft?
Und was, wenn dieses Kartenhaus bald einstürzt – mit uns allen darunter?
Wie sagte Erik Gordon, Professor für Entrepreneurship an der Ross School of Business der University of Michigan:
“Zügellose Spekulationen und massive Überinvestitionen in KI haben eine finanzielle Bedrohung von kosmischem Ausmaß geschaffen – und die Folgen werden katastrophal sein.”
Das würde große institutionelle Anleger betreffen, genauso wie Privatanleger, die darauf gesetzt haben, das sie mit KI-Technologien ihr Geld vermehren können.
Die Illusion des Reichtums
Sie fliegen ins All. Sie bauen Autos, die von selbst fahren.
Und sie sammeln Milliarden, als wären es Murmeln.
Elon Musk, Jeff Bezos, Sam Altman.
Alle feiern sie.
Doch was, wenn das meiste davon nur Schein ist?
Viele dieser Milliardäre sind nur auf dem Papier reich.
Ihr Vermögen steckt in Firmenanteilen. Die können sie kaum verkaufen.
Denn wenn sie das tun, stürzen die Kurse ab.
Das wäre, als würdest du den Ast vom Baum absägen, auf dem du sitzt.
Und jetzt wird es ernst.
Tesla hat den größten Umsatzrückgang seit 10 Jahren.
Andere Firmen von Elon Musk schreiben Verluste.
Aber die Börsen feiern weiter. Warum?
Schein vs. Sein – Das System mit der großen Show
Elon Musk, hat viele Firmen. Tesla, SpaceX, xAI, Neuralink, The Boring Company.
Klingt beeindruckend.
Doch nur eine Firma – SpaceX – verdient gelegentlich echtes Geld.
Und auch nur, wenn man große Ausgaben einfach ignoriert.
Die anderen Projekte verbrennen Milliarden.
Sie leben von Hoffnung. Und vom Geld anderer Leute.
Von Investoren, die an große Versprechen glauben.
Musks Reichtum?
Besteht fast nur aus Anteilen an Firmen, die noch kein echtes Geld bringen.
Er lebt von Krediten, die mit diesen Anteilen abgesichert sind.
Wenn die Kurse fallen, wackelt das ganze System.
Das ist nicht nur bei Musk so.
Viele Tech-Firmen sind überbewertet.
Ein Beispiel liefert die Palantir-Aktie. Sie ist um das 25-Fache gestiegen, wodurch das Datenanalyseunternehmen einen Marktwert von 375 Milliarden US-Dollar (etwa 315 Milliarden Euro) erreicht hat, was etwa dem 85-Fachen seines für 2025 prognostizierten Umsatzes (nicht Gewinn) entspricht.
Ich habe mal Folgendes über typische Firmenbewertungen gelesen:
|
Reife Softwarefirmen: |
Wert = 5–10× Umsatz |
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Stark wachsende SaaS: |
Wert = 10–20× Umsatz |
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Absolute Ausnahmen (kurzzeitig): |
Wert = 25–30× Umsatz |
Viele dieser Tech-Unternehmen machen kaum Gewinn, werden aber mit Milliarden gehandelt.
Warum? Weil alle hoffen, dass „irgendwann“ der große Durchbruch kommt.
Unser Geldsystem ist kein Naturgesetz. Es ist ein kollektiver Glaube.
Es hält sich solange wie wir daran glauben, dass es unsere Werte speichert.
So wie sich die Tech-Blase solange hält, solange Menschen glauben, sie können damit ihr Geld vermehren.
Bei Palantir Technologies sehen wir das sehr deutlich:
- 5–10× Umsatz → reale Wirtschaft, Cashflows, Nutzen heute
- 85× Umsatz → Zukunftserzählung, Machtfantasie, Erwartung
Der Markt sagt damit nicht:
„Dieses Unternehmen ist heute so viel wert“
sondern:
„Ich glaube, dass andere morgen noch mehr dafür bezahlen.“
Das ist kein Investment mehr.
Das ist Glaubensdynamik.
Google, OpenAI, Meta – sie alle sind Teil dieser Show.
Ein paar von ihnen verdienen Geld.
Aber viele leben von Erwartungen, nicht von Ergebnissen.
Das ist, als würdest du eine Handvoll Haselnüsse für hundert Euro verkaufen.
Nicht, weil sie es wert sind – sondern weil alle glauben, dass sie bald zweihundert wert sein könnten.
Echte Werte können nicht crashen
Die Märkte sagen: Du bist wertvoll, wenn andere dich heute höher bewerten als gestern.
Woran messe ich meinen Wert?
Ich bin als Mensch wertvoll, einfach weil ich volle Verantwortung für mein Leben übernehme und deshalb meinen ganz eigenen Weg gehe und mich den damit verbundenen Herausforderungen stelle.
Ich fühle meine reale Wirksamkeit.
Mein Wert entsteht nicht durch Bewertung von außen, sondern durch gelebte Verantwortung. Etwa auch dadurch, dass ich mich aktiv für die Neugestaltung unserer Gesellschaft engagiere.
Ich bin wertvoll, weil ich handle, lerne, trage und wachse und einen wertvollen Beitrag zum Gemeinwohl leiste.
Das ist reale Wirksamkeit statt symbolischer Bewertung.
Und genau das kann:
- nicht crashen
- nicht entwertet werden
- nicht durch Narrative ersetzt werden

Das Echo von 1929 – Lernen wir aus der Geschichte?
Vor fast 100 Jahren war es ähnlich.
In den „Goldenen Zwanzigern“ glaubten alle an den ewigen Aufschwung.
Dann kam der Börsencrash von 1929.
Mehrere entscheidende Faktoren trafen damals zusammen:
- massive Spekulation,
- wachsende Verschuldung,
- ein Rückgang von Produktion
und Konsum sowie eine angeschlagene Landwirtschaft.
Diese Faktoren gipfelten am 28. Oktober 1929 in einem fast 13%igen Einbruch des Dow Jones Industrial Average infolge panischer Verkäufe. Dieser katastrophale Markteinbruch markierte den Beginn der Großen Depression, die bis zum Zweiten Weltkrieg andauerte.
Und mit dem Börsencrash: Massenarbeitslosigkeit. Armut. Chaos.
Ein Weltkrieg war die Folge.
Heute hören wir wieder dieselben Sätze:
„Dieses Mal ist alles anders.“
„Das wird schon.“
„Die Märkte regeln das.“
Aber stimmt das?
Vielleicht ist es an der Zeit, genauer hinzusehen.
Nicht alles zu glauben, was glänzt.
Und sich zu fragen:
Wollen wir wirklich Teil eines Systems sein, das auf Hoffnung und Hype gebaut ist?
Denn wenn das Kartenhaus fällt, stehen wir alle mittendrin.
Oder ist es wirklich ganz anders: Ordnen wir den KI-Hype vielleicht gerade falsch ein?
Kann es sein, dass wir den aktuellen Hype um KI mit den falschen Maßstäben betrachten?
Vielleicht verwechseln wir im Moment zwei Dinge:
eine Blase – und eine Infrastruktur-Investition.
Ja, die Summen wirken absurd.
Vor allem dann, wenn man KI wie ein weiteres Software-Tool einordnet.
Ein neues Feature. Eine weitere App.
Aber was, wenn genau dass der Denkfehler ist?
KI spart heute schon an einzelnen Stellen enorm viel Zeit.
Noch punktuell. Noch bruchstückhaft.
Wir befinden uns erst in einer Art Beta-Phase.
Doch was wäre, wenn diese Effekte nicht isoliert bleiben?
Wenn sie Schritt für Schritt jede Abteilung, jeden Prozess und jede Maschine durchdringen?
Dann würden wir nicht mehr über ein Tool sprechen.
Sondern über Produktivitäts-Infrastruktur.
Ähnlich wie damals beim Internet.
Oder bei der Elektrifizierung.
Auch dort wirkten die Investitionen anfangs überzogen.
Rückblickend waren sie vielleicht einfach der Preis dafür,
das Betriebssystem einer neuen Wirtschaftsepoche aufzubauen.
Dass viele das heute als Blase wahrnehmen, ist nachvollziehbar.
Aber was, wenn es etwas anderes ist:
der Versuch, einen fundamentalen Wandel
mit alten Kategorien zu erklären?
Vielleicht greift also die Diskussion zu kurz,
die sich vor allem auf Risiken oder kurzfristige Preise konzentriert.
Die eigentliche Frage könnte also nicht sein:
Ist das zu teuer?
Sondern eher:
Was kostet es uns, wenn wir diese Infrastruktur nicht mit denken?
Was möchte ich mit diesem Artikel bei dir bewirken?
Ich möchte dass du:
- erkennst, dass Börsenwerte nicht gleich realer Reichtum sind
- aufhörst, KI reflexhaft als „Blase“ oder „Heilsversprechen“ einzuordnen
- zwischen Spekulation und Infrastruktur-Aufbau unterscheiden lernst
- historische Parallelen (1929, Internet, Elektrifizierung) neu bewertest
- beginnst, systemisch statt moralisch über Wirtschaft und KI nachzudenken
- dich fragst: Welche Rolle will ich in diesem Wandel einnehmen – Zuschauer oder Mitgestalter?


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