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martin-glogger

Ich heiße Martin und bin Lebensunternehmer, Coach, Vordenker, Vater, Autor, Elektro-Ingenieur, Netzwerker und Zimmerer.

Hier schreibe ich darüber, wie ich mir eine weitestgehend ideale Welt vorstelle und wie wir sie realisieren können und lade dich herzlich dazu ein, mitzulesen, mitzudenken und aktiv mitzumachen.

Diese ideale Welt ist die Welt der Lebensunternehmer; die mit ihren täglich gelebten Werten und Gewohnheiten, mutig und tatkräftig an einer neuen, für uns alle erstrebenswerten Lebensumgebung arbeiten.
Damit ich berechtigt darauf hoffen kann, daß diese schöne Welt eines Tages tatsächlich Wirklichkeit wird, lebe ich so weit ich es kann, diese Werte und Gewohnheiten der Lebensunternehmer selbst vor.
Nicht nur das, ich arbeite auch aktiv daran, dass diese Welt für alle, die es möchten, erreichbar bzw. erlebbar wird.
Ich wünsche dir viele interessante Leseminuten und hoffe, dass ich dich für die Welt der Lebensunternehmer begeistern kann 🙂

In diesem Sinne:

  • mach dir bewusst, was für dich möglich wäre
  • lerne auf praktischem Wege wie wir leben und übernimm, was für dich passt
  • erfahre wie du deine bzw. die Zukunft unserer Gesellschaft aktiv mitgestalten kannst
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Wenn KI Fortschritt simuliert – und Stillstand automatisiert

Wenn KI Fortschritt simuliert - und Stillstand automatisiert

Kürzlich las ich einen Artikel.
Eine spannende, große Schlagzeile.
Es gab viele interessante Kommentare dazu.

Sinngemäß ging es darum, dass künstliche Intelligenz perfekt geeignet sei, um unsere Verwaltung straffer und leistungsfähiger zu machen. Sprich weniger Bürokratie, bessere Staatsdienste!

Ich dachte zuerst:
Endlich.

Endlich Bewegung.
Endlich Mut.
Endlich die Chance, Dinge einfacher zu machen.

Also schrieb ich auch einen Kommentar.
Keinen wütenden.
Einen hoffnungsvollen.

Meine Idee war simpel.

Nicht Menschen ersetzen.
Menschen befähigen.

Die tüchtigen und verantwortungsvollen Beamten trainieren.
Sie mit neuen KI-gestützten Werkzeugen ausstatten.
So, dass einer mit Unterstützung so viel schafft wie früher fünf.

Vier können gehen.
Einer bleibt.
Und der arbeitet besser als je zuvor.

Ein Bild.
Eine Vision.
Ein echter Schritt nach vorn.

Doch dann kam die Antwort.

Zwei Sätze, die alles entlarven

Die Antwort lautete sinngemäß:

Die KI hat zwei Funktionen.
Erstens: Antrag abgelehnt.
Zweitens: Noch in Bearbeitung. Keine Auskunft.

Und so überbrücken wir die Zeit bis zur Pension.

Ein Smiley dahinter.
Ein breites Grinsen.
Und ein bitterer Beigeschmack.

Dieser Kommentar war kein Witz.
Er war eine Diagnose.

Er zeigte nicht, was Technik kann.
Er zeigte, wie Systeme denken.

Oder besser:
Wie sie 
nicht denken wollen.

Was hier wirklich kritisiert wird

Auf den ersten Blick klingt der Kommentar witzig.
Auf den zweiten Blick ist er traurig.
Auf den dritten Blick ist er gefährlich ehrlich.

Denn er sagt zwischen den Zeilen:

Wir nutzen neue Technik nicht, um besser zu dienen.
Wir nutzen sie, um uns zu verstecken.

Hinter Antworten.
Hinter Systemen.
Hinter Zuständigkeiten.

„Das System hat entschieden.“
Nicht ich.

„Die KI sagt nein.“
Nicht ich.

„Keine Auskunft zu laufenden Verfahren.“
Nicht ich.

Verantwortung verschwindet.
Haltung auch.

Die große Verwechslung: Digital heißt nicht besser

Viele glauben:
Wenn etwas digital ist, ist es automatisch modern.
Wenn etwas schnell ist, ist es automatisch gut.

Das ist ein Irrtum.

Wenn du einen schlechten Ablauf digital machst,
hast du danach keinen guten Ablauf.

Du hast einen schlechten Ablauf.
Nur schneller.
Und undurchsichtiger.

Stell dir eine alte, knarrende Tür vor.
Sie klemmt.
Sie quietscht.
Sie nervt.

Jetzt baust du einen Motor ein.
Die Tür geht nun automatisch zu.

Sie klemmt und quietscht immer noch.

Ist das Fortschritt?
Oder nur mehr Wucht?

KI als Ausrede statt als Werkzeug

Der Kommentar trifft einen wunden Punkt.

Nicht die Technik ist faul.
Nicht die KI ist träge.

Es ist die Haltung.

KI kann helfen.
Sie kann sortieren.
Sie kann vorbereiten.
Sie kann entlasten.

Aber sie darf nicht ersetzen,
was Menschen tragen müssen.

Verantwortung.
Entscheidung.
Gespräch.

Sonst wird sie zur perfekten Ausrede.

Kein Gesicht.
Keine Erklärung.
Kein Dialog.

Nur ein Bildschirm.
Und eine Standardantwort.

Warum echte Reform unbequem ist

Echte Reform tut weh.

Sie stellt Fragen wie:

Warum machen wir das so?
Wem dient das wirklich?
Was braucht der Mensch auf der anderen Seite?

Das kostet Energie.
Das kostet Mut.
Das kostet Reibung.

Es ist viel leichter, neue Technik einzuführen
und alte Muster zu behalten.

Dann kann man sagen:
„Wir sind jetzt modern.“

Ohne die eigenen Werte und Gewohnheiten, ohne seine Haltung zum Ganzen zu hinterfragen.

Der Kern des Problems

Der Kommentar kritisiert nicht Technik.
Er kritisiert ein System,
das sich selbst verwaltet.

Ein System, das Zeit schindet.
Bis zur Rente.
Bis zur nächsten Reform.
Bis zum nächsten Projekt.

Es geht nicht um Effizienz.
Es geht um Haltung.

Dient das System dem Menschen?
Oder dient es sich selbst?

Vorteile und Nachteile klar benannt

Was KI gut kann:

  • sortieren
  • vergleichen
  • vorbereiten
  • entlasten

Was KI nicht kann:

  • Verantwortung tragen
  • erklären, warum etwas sinnvoll ist
  • zuhören
  • Vertrauen schaffen

Was Menschen leisten können:

Wenn du beides klug verbindest, verstärkt KI deine Kraft und macht dich handlungsfähiger.

Warum der Kommentar so gut wirkt

Er wirkt, weil er ehrlich ist.
Weil er Erfahrung spricht.
Weil er nicht schreit.

Er nutzt Humor statt Wut.
Ironie statt Anklage.

Und genau deshalb bleibt er hängen.

Man lacht.
Und merkt plötzlich:
Das ist gar nicht lustig.

Er regt zum Nachdenken an und zum Nachfragen.

Die eigentliche Frage ist nicht:

Wie viel Verwaltungskräfte kann KI ersetzen?

Sondern:

Welche Haltung haben die Menschen, die sie einsetzen?

Sehen die sich als Diener des Volkes oder dienen sie sich selbst, im Sinne ihres Eigennutzens.

Was wäre den die optimale Haltung für eine straffe und leistungsfähige Verwaltung unserer Gesellschaft?

Beamte sollten sich wieder als echte Diener des Volkes bzw. Gesellschaft verstehen:

1️⃣ Pflichtbewusstsein gegenüber dem Gemeinwohl

Nicht „Dienst nach Vorschrift“, sondern:

Ich trage Verantwortung für das Funktionieren des Ganzen.

Heute oft:

  • Zuständigkeits-Pingpong
  • „Dafür bin ich nicht verantwortlich“
  • Angst vor Entscheidungen

Was wir brauchen:

  • Menschen (in Verwaltung, Organisationen, Communities),
    die sagen: „Ich kläre das.“
  • Verantwortung über Rollen hinweg, nicht nur innerhalb von Kästchen.

2️⃣ Sachlichkeit statt Dauer-Emotionalisierung

Die für ein effektives Staatwesen im 19. Jahrhundert bekannte preußische Verwaltung war kühl – manchmal zu kühl.
Heute ist das Pendel zu weit in die andere Richtung ausgeschlagen.

Heute dominiert oft:

  • Empörung
  • Moralische Selbstvergewisserung
  • Symbolpolitik

Was wir brauchen:

nüchterne Problemanalyse

Trennung von:

  • Was fühlt sich gut an?
  • Was wirkt tatsächlich?

👉 Wirksamkeit vor Wirkung nach außen.

3️⃣ Regelklarheit & Berechenbarkeit

Nicht mehr Regeln – klare Regeln.

Damals funktionierte:

  • Man wusste, woran man ist.
  • Entscheidungen waren nachvollziehbar.

Heute erleben viele:

  • Intransparente Verfahren
  • Ausnahmen ohne Erklärung
  • wechselnde Maßstäbe

Was wir brauchen:

  • Wenige, klare Regeln
  • nachvollziehbare Entscheidungen
  • gleiche Maßstäbe für alle

👉 Vertrauen entsteht nicht durch Nähe, sondern durch Verlässlichkeit.

4️⃣ Kompetenz vor Gesinnung

Ein preußischer Kernwert war:
Erst können, dann urteilen.

Heute oft umgekehrt:

  • Meinung vor Fachkenntnis
  • Aktivismus vor durchdachter Umsetzung

Was wir brauchen:

  • erst Haltung (Werte, Absicht, Verantwortung, Menschenbild) dann Handwerk (Methoden, Tools, Technik, Abläufe)
  • Lernen durch Praxis
  • Verantwortung nur dort, wo Kompetenz vorhanden ist
    (oder aufgebaut wird)

5️⃣ Dienst-Ethos – ohne Untertanengeist

Das ist der entscheidende Punkt.

Behalten:

  • Dienen heißt: im Leben der anderen etwas erleichtern
  • Stolz auf gute Arbeit
  • Verlässlichkeit

Nicht behalten:

  • blinder Gehorsam
  • Autoritätsgläubigkeit
  • „Befehl ist Befehl“

👉 Dienst + Reflexion + Gewissen
statt
Dienst + Gehorsam.

6️⃣ Infrastruktur-Denken statt Event-Politik

Preußen baute:

  • Schulen
  • Verwaltung
  • Netze
  • Systeme, die Jahrzehnte hielten

Heute sehen wir oft:

  • Projekte mit Ablaufdatum
    (spätestens dann, wenn das Geld ausgeht)
  • Programme ohne Wartung
  • Initiativen ohne Verstetigung
    (starten mit Euphorie > ermüden schnell > schlafen schließlich ein)

Was wir brauchen:

  • Denken in tragfähigen Strukturen
    (klare Rollen, verlässliche Abläufe, geteilte Verantwortung, stabile Finanzierung oder Ressourcen, Dokumentation statt nur Aktion)
  • Pflege statt Dauer-Neustart
  • Systeme, die Menschen befähigen statt beschäftigen

Die moderne Übersetzung

Wir brauchen keinen autoritären Staat,
sondern eine 
erwachsene Gesellschaft.

Das heißt konkret:

  • Verantwortung statt Schuldzuweisung
  • Wirksamkeit statt Bewertung
  • Kompetenz statt Pose
  • Struktur als Ermöglichung, nicht als Kontrolle

Denn Technik verstärkt immer das,
was schon da ist.

Gestaltungswillen.
Oder Bequemlichkeit.

Verantwortung.
Oder Ausreden.

Wenn wir das nicht klären,
wird jede neue Technik
nur ein neues Etikett
auf alten Stillstand kleben.

Und dann heißt Fortschritt weiter:
„Antrag abgelehnt.“
„Noch in Bearbeitung.“

Nur diesmal schneller.

Und vielleicht ist genau das der Punkt,
an dem wir nicht mehr lachen sollten.

moderne verwaltung mit KI

KI als neue Verwaltungs- & Gesellschaftsinfrastruktur 🤖

Nicht als Entscheider – sondern als Entlastung

KI für Ordnung, nicht für Macht

Preußische Stärke war Ordnung.
KI kann das 
neutral und skalierbar.

Sinnvolle KI-Rollen:

  • Strukturieren
  • Vorschlagen
  • Dokumentieren
  • Erinnern
  • Transparenz herstellen

❌ Nicht:

  • ethisch bzw. moralisch urteilen
  • Menschen ersetzen
  • Verantwortung übernehmen

👉 KI organisiert. Menschen verantworten.

Regelklarheit + KI = Fairness

KI ist gut in:

  • gleichen Maßstäben
  • klaren Kriterien
  • konsistenter Anwendung

Das brauchen wir dringend bei:

  • Förderungen
  • Anträgen
  • Entscheidungen
  • Moderation von Prozessen

👉 KI kann Willkür reduzieren –
wenn Regeln vorher geklärt sind.

„Human in the Loop“ als Pflichtethos

Der moderne Beamte – oder Community-Träger – sagt:

Die KI hilft mir.
Die Verantwortung trage ich.

Das ist der neue Dienst-Ethos.

Das moderne KI-Verwaltungssystem in aller Kürze

Es enthält:

  • den Skill (Logik): feste Kriterien (A, B, C) | definierte Gewichtung | klare Entscheidungslogik | standardisierte Begründungsstruktur
    • die Rollen: Antragsteller | Prüfer | Entscheider
  • die Regeln:
  • wann Skills gelten
  • wann Menschen übersteuern dürfen
  • die Dokumentation:
    • warum entschieden wurde
    • wer entschieden hat
    • nach welchen Maßstäben

Ergebnis

Entscheidungen sind:

  • nachvollziehbar
  • überprüfbar
  • übertragbar

Verantwortung ist lokalisiert

👉 Begründung + Gedächtnis + Zuständigkeit

Das neue Leitbild:
Fair und zuverlässig statt nett und pflichtbewusst

Damals (Preußen):
Pflicht · Ordnung · Staat

Heute (reif):
Verantwortung · Wirksamkeit · Gesellschaft

Mit KI:
Struktur ohne Zwang
Entlastung ohne Entmündigung
Ordnung ohne Autorität

Ganz ehrlich:

Unsere Probleme sind nicht technologisch.
Sie sind Haltungsprobleme.
KI verstärkt, was wir vorleben.

🧭 Was möchte ich mit diesem Artikel bei dir
bewirken?

Ich möchte dass du:

    • ein gesundes Misstrauen gegenüber Schein-Fortschritt entwickelst
    • ein Bewusstsein für Haltung hinter Technik bekommst
    • erkennst, dass KI mit der richtigen Haltung des Nutzers ein Verstärker ist
    • erkennst, dass KI sowohl Mut, als auch Bequemlichkeit verstärken kann
    • dass du grob verstehst, wie so eine moderne – straffe und leistungsfähige Verwaltung – funktionieren kann

Ziel ist nicht Empörung.
Ziel ist Wachheit.

Die entscheidende Frage lautet:
Wollen wir dienen – oder uns verstecken?

Nächster Artikel, am Donnerstag: Was motiviert uns Lebensunternehmer?

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