Zum Hauptinhalt springen
Inhalt

martin-glogger

Ich heiße Martin und bin Lebensunternehmer, Coach, Vordenker, Vater, Autor, Elektro-Ingenieur, Netzwerker und Zimmerer.

Hier schreibe ich darüber, wie ich mir eine weitestgehend ideale Welt vorstelle und wie wir sie realisieren können und lade dich herzlich dazu ein, mitzulesen, mitzudenken und aktiv mitzumachen.

Diese ideale Welt ist die Welt der Lebensunternehmer; die mit ihren täglich gelebten Werten und Gewohnheiten, mutig und tatkräftig an einer neuen, für uns alle erstrebenswerten Lebensumgebung arbeiten.
Damit ich berechtigt darauf hoffen kann, daß diese schöne Welt eines Tages tatsächlich Wirklichkeit wird, lebe ich so weit ich es kann, diese Werte und Gewohnheiten der Lebensunternehmer selbst vor.
Nicht nur das, ich arbeite auch aktiv daran, dass diese Welt für alle, die es möchten, erreichbar bzw. erlebbar wird.
Ich wünsche dir viele interessante Leseminuten und hoffe, dass ich dich für die Welt der Lebensunternehmer begeistern kann 🙂

In diesem Sinne:

  • mach dir bewusst, was für dich möglich wäre
  • lerne auf praktischem Wege wie wir leben und übernimm, was für dich passt
  • erfahre wie du deine bzw. die Zukunft unserer Gesellschaft aktiv mitgestalten kannst
< Alle Themen
Drucken

Warum Beziehungswirtschaft Gemeinden schadet – und Kunden zuerst verlieren

Warum Beziehungswirtschaft Gemeinden schadet und Kunden zuerst verlieren

Bildquelle: chatGPT, Dall E3

 

Immer mehr Geschäftsleute gehen in die Lokalpolitik.
Handwerker.
Restaurant-Besitzer.
Hotelbetreiber.
Kleine Unternehmer.

Sie treten zur Bürgermeisterwahl an.
Oder sie ziehen in den Gemeinderat.

Auf den ersten Blick klingt das gut.
Praktiker übernehmen Verantwortung.
Menschen aus dem echten Leben.

Und ja:
In vielen Gemeinden fehlt der Nachwuchs.
Gerade in Bayern.

Viele Bürgermeister arbeiten ehrenamtlich.
Die Aufgaben wachsen.
Die Verantwortung auch.

Immer mehr Kommunen stellen auf hauptamtliche Bürgermeister um.
Die Verwaltung fühlt sich oft an wie ein Betrieb.
Mit Personal.
Mit Budgets.
Mit Krisen.

In dieser Lücke tauchen Unternehmer auf.
Sie sind bekannt.
Sie haben Netzwerke.
Sie können organisieren.

Aber genau hier beginnt das Problem.

⚖️ Der gute Teil – warum diese Entwicklung verlockend ist

Lass uns ehrlich sein.

Unternehmer bringen Dinge mit, die vielen Politikern oft fehlen:

  • Sie entscheiden.
  • Sie handeln.
  • Sie denken in Lösungen.

Sie kennen den Ort.
Die Menschen.
Die Sorgen.

Sie hängen weniger an Parteien.
Sie hinterfragen Abläufe.
Sie wollen vorankommen.

Das kann gut sein.
Sehr gut sogar.

Doch jetzt kommt die andere Seite.

⚠️ Der gefährliche Teil – den kaum jemand ausspricht

Viele Restaurants laufen schlecht.
Viele Handwerksbetriebe haben Lücken im Kalender.

Die Aufträge werden weniger lukrativ.
Die Aufträge werden weniger.
Die Preise stehen unter Druck.
Die Konkurrenz wächst.

Und plötzlich wird politische Nähe attraktiv.

Nicht aus Idealismus.
Sondern aus Überlebensdruck.

Denn wer im Rathaus sitzt, hört Dinge früher.

  • Welche Straße gebaut wird.
  • Welches Gebäude saniert wird.
  • Welche Veranstaltung geplant ist.

Und wer früh hört, kann früh reagieren.

Macht + Information + Beziehung = Vorteil.

Das ist menschlich.
Aber es ist gefährlich.

🔄 Beziehungswirtschaft statt Wettbewerb

Früher zählte oft:
Wer liefert die beste Arbeit?

Heute zählt immer öfter:
Wer kennt wen?

Nicht offen.
Nicht offiziell.
Aber spürbar.

Der Bürgermeister kennt den Wirt.
Gemeinderäte kennen die Handwerker.
Man trifft sich.
Man hilft sich.

Ein Catering hier.
Ein Auftrag dort.
Ein freundlicher Hinweis.

Das läuft selten illegal.
Aber es läuft schief.

Denn plötzlich gewinnen nicht die Besten.
Sondern die, die am Besten vernetzt sind.

Saubere Betriebe verlieren.
Junge Anbieter geben auf.
Neue Ideen kommen nicht durch.

Das ist keine freie Wirtschaft mehr.
Das ist Beziehungswirtschaft.

Hier ein paar praktische Beispiele:

Beispiel 1: Handwerksmeister als Bürgermeister

Ein Elektro‑Meister mit 15 Beschäftigten kandidiert als Bürgermeister in seiner Gemeinde.

Positives Szenario:

  • Er kennt die Probleme beim Netzausbau, bei Wärmepumpen, E‑Ladesäulen.
  • Im Rathaus achtet er darauf, dass Ausschreibungen technisch sauber formuliert sind, Termine realistisch sind, Bauzeiten koordiniert werden.
  • Er lässt sein Unternehmen von einem Mitgeschäftsführer führen und nimmt bei allen Entscheidungen, wo sein Betrieb theoretisch bieten könnte, nicht an der Vergabe teil (Befangenheit).

Ergebnis: Mehr Praxisnähe, bessere Koordination, ohne dass sein Betrieb systematisch bevorteilt wird.

Negatives Szenario:

  • Öffentliche Aufträge für Elektroarbeiten gehen regelmäßig an „seinen“ Betrieb – angeblich nach „Bietervergleich“.
  • Andere Elektriker im Ort merken, dass sie bei kommunalen Ausschreibungen faktisch keine Chance mehr haben.
  • Inoffiziell wird klar: „Wer mit dem Bürgermeister im Gemeinderat stimmt, bekommt öfter mal einen Auftrag zugeschoben.“

Ergebnis: Beziehungswirtschaft, vergiftetes Klima in der lokalen Wirtschaft.

Beispiel 2: Restaurantbesitzer im Gemeinderat

Eine Wirtin betreibt das zentrale Gasthaus am Ort und sitzt im Gemeinderat.

Positives Szenario:

  • Sie setzt sich für mehr Veranstaltungen im Ort ein (Kultur, Vereine, Märkte), die auch anderen Betrieben Gäste bringen.
  • Wenn es um Bewirtungsaufträge der Gemeinde geht (z.B. Stadtempfang), meldet sie Befangenheit und verlässt den Raum.
  • Die Gemeinde führt ein Rotationsprinzip ein: Empfänge und Feste werden abwechselnd an alle Gasthäuser vergeben.

Ergebnis: Ihr Wissen nutzt allen, die Vergabe bleibt fair.

Negatives Szenario:

  • Fast alle offiziellen Empfänge, Vereinsjubiläen, Stadtratssitzungen mit Catering finden in ihrem Lokal statt.
  • Neue Gastronomieprojekte haben es schwer mit Genehmigungen: „Parkplätze schwierig“, „Lärmschutz unklar“.
  • Konkurrenzwirte ziehen sich frustriert zurück – der Ort verödet gastronomisch.

→ Ergebnis: Lokales Monopol, das eng mit der politischen Macht verknüpft ist.

🧱 Warum Lokalpolitik dafür besonders anfällig ist

Lokalpolitik ist nah.
Sehr nah.

1. Nähe ohne Abstand

Man kennt sich seit Jahren.
Man ist Nachbar.
Man hilft gern.

Doch Hilfe kippt schnell in Gefälligkeit.

2. Entscheidungen im Hinterzimmer

Viele Dinge werden vor Sitzungen geklärt.
Beim Essen.
Beim Stammtisch.
Beim kurzen Anruf.

Alles formal korrekt.
Aber innerlich schon entschieden.

3. Kaum Kontrolle

Kaum Medien.
Kaum Opposition.
Kaum Öffentlichkeit.

Fehler bleiben leise.
Beziehungen laut.

🧨 Die Folgen – langsam, aber sicher

Am Anfang profitieren ein paar.

Doch dann passiert das:

  • Innovation sinkt.
  • Qualität stagniert.
  • Preise steigen.

Junge Betriebe ziehen weg.
Leistung lohnt sich weniger.
Vertrauen bricht.

Wenn Leistung nicht mehr zählt,
zählen Beziehungen.

Und das System wird träge.
Alt.
Teuer.

Wie ein See ohne Zufluss.
Das Wasser steht.
Es kippt.

🎭 Das eigentliche Problem

Nicht der Unternehmer ist das Problem.

Das Problem ist,
wenn politische Macht genutzt wird,
um private Risiken abzufedern.

Dann wird:

  • Politik zur Versicherung.
  • Das Mandat zur Absicherung.
  • Nähe zur Währung.

Das passiert leise.
Schleichend.
Aber wirkungsvoll.

🧠 Der unbequeme Kern

Wir bewegen uns von:
offenem Wettbewerb

zu:
stiller Patronage.

Nicht per Gesetz.
Nicht per Beschluss.

Sondern durch Gewohnheit.

Und genau deshalb ist es so gefährlich.

🔧 Was wirklich helfen würde

Es gäbe Lösungen.
Sie sind unbequem.

  • Klare Regeln bei Befangenheit.
  • Volle Offenheit bei Vergaben.
  • Trennung von Amt und Geschäft.
  • Sichtbare Entscheidungswege.

Das macht Politik langsamer.
Aber ehrlicher.

🔑 Schluss: Die entscheidende Frage

Deine Beobachtung ist real.
Und sie ist kein Randthema.

Wenn der wirtschaftliche Druck steigt,
wandert Macht dorthin,
wo Nähe zählt.

Die Frage ist nicht:
Ist das menschlich?

Die Frage ist:
Wollen wir eine Gesellschaft,
in der Nähe wichtiger ist als Leistung?

Wenn wir das zulassen,
verlieren alle,
die nicht Teil des Netzwerks sind.

Und am Ende verlieren auch die Netzwerke selbst.

🧭Was will der Autor bewirken?

Der Text soll:

  • eine unsichtbare Dynamik sichtbar machen
  • sensibilisieren, ohne zu moralisieren
  • Leser ins eigene Nachdenken bringen
  • den Unterschied zwischen menschlich verständlich und systemisch problematisch klären
  • eine Diskussion über faire Regeln, Transparenz und Verantwortung eröffnen

Ziel ist keine Anklage, sondern Bewusstheit.

💬 Was denkst du darüber?

Schreib mir gerne deine Gedanken oder Fragen in den Live-Chat oder in die Community.

Wo hast du selbst erlebt, dass Beziehungen wichtiger waren als Leistung?

Wo beginnt für dich Beziehungswirtschaft – und wo endet normale Vernetzung?

Braucht Lokalpolitik strengere Regeln für Unternehmer im Amt?

Wie könnte man Transparenz schaffen, ohne Ehrenamtliche abzuschrecken?

Was wäre ein konkreter Schritt, der Vertrauen stärkt?

 

Neue Artikel erscheinen in der Regel Dienstags und Donnerstags.

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Infoprodukte, Dienste und inspirierende Inhalte für Sozialunternehmer (Social Entrepreneure)

Kostenfreie Einsteiger-Angebote Focus-Angebote VIP-Angebote Videos, Infos, Infoprodukte und Dienste
Creative Commons Lizenzvertrag

Diese CC-Lizenz gilt für viele Artikel auf dieser Website!
Falls Interesse besteht, einfach hier kurz mitteilen, um welche Inhalte es geht.