Zum Hauptinhalt springen
Inhalt

martin-glogger

Ich heiße Martin und bin Lebensunternehmer, Coach, Vordenker, Vater, Autor, Elektro-Ingenieur, Netzwerker und Zimmerer.

Hier schreibe ich darüber, wie ich mir eine weitestgehend ideale Welt vorstelle und wie wir sie realisieren können und lade dich herzlich dazu ein, mitzulesen, mitzudenken und aktiv mitzumachen.

Diese ideale Welt ist die Welt der Lebensunternehmer; die mit ihren täglich gelebten Werten und Gewohnheiten, mutig und tatkräftig an einer neuen, für uns alle erstrebenswerten Lebensumgebung arbeiten.
Damit ich berechtigt darauf hoffen kann, daß diese schöne Welt eines Tages tatsächlich Wirklichkeit wird, lebe ich so weit ich es kann, diese Werte und Gewohnheiten der Lebensunternehmer selbst vor.
Nicht nur das, ich arbeite auch aktiv daran, dass diese Welt für alle, die es möchten, erreichbar bzw. erlebbar wird.
Ich wünsche dir viele interessante Leseminuten und hoffe, dass ich dich für die Welt der Lebensunternehmer begeistern kann 🙂

In diesem Sinne:

  • mach dir bewusst, was für dich möglich wäre
  • lerne auf praktischem Wege wie wir leben und übernimm, was für dich passt
  • erfahre wie du deine bzw. die Zukunft unserer Gesellschaft aktiv mitgestalten kannst
< Alle Themen
Drucken

Kapitalismus neu denken: Was sollten wir behalten und was ändern?

Kapitalismus abschaffen oder weiterentwickeln

Bildquelle: ChatGPT Images 2.0 (DALL-E3)

 

Im letzten Artikel ging es um den Aufbau unserer Binnenwirtschaft und um eine maßvolle Exportwirtschaft.

In diesem Artikel geht es um die Frage:
Ist das herrschende System zum Aufbau dieser Binnenwirtschaft geeignet oder müssen wir etwas Neues finden, damit wir diese verwirklichen können?

Momentan leben wir in Zeiten von Deindustrialisierung und Staatskapitalismus. Für viele klingt Kapitalismus sofort nach ProfitgierAusbeutung und Machtkonzentration.

Das passt gar nicht zu einer funktionierenden Binnenwirtschaft.

Aber vielleicht ist die eigentliche Frage falsch gestellt.

Vielleicht müssen wir nicht den Kapitalismus abschaffen – sondern unsere Vorstellung davon

Kapitalismus.

Allein das Wort löst bei vielen Menschen Widerstand aus.

Sie denken an Profitgier, Konzerne, Konkurrenz, Ausbeutung, ständig steigende Preise, Wachstumszwang und eine Gesellschaft, in der derjenige besonders erfolgreich ist, der besonders viel Geld besitzt.

Aber ist das tatsächlich zwangsläufig Kapitalismus?

Oder haben wir eine ganz bestimmte Form des Kapitalismus so lange erlebt, dass wir inzwischen glauben, es könne gar keine andere geben?

Ich möchte diese Sichtweise mit einigen Gedanken etwas neutralisieren.

Denn vielleicht müssen wir den Kapitalismus gar nicht abschaffen.

Vielleicht müssen wir ihn weiterentwickeln.

Und dazu sollten wir zunächst eine überraschend einfache Frage stellen:

Was verstehen wir eigentlich unter Kapital?

Kapital muss nicht nur Geld bedeuten

Viele denken, Kapitalismus habe zwangsläufig etwas mit Geld und den damit verbundenen Zwängen zu tun.

Doch schon der Begriff „Kapital“ lässt sich weiter denken.

Das Wort geht auf das lateinische capitalis zurück und hatte ursprünglich Bedeutungen rund um „den Kopf betreffend“ oder „wesentlich“.

Wenn wir heute sagen:

Ein entsprechendes Kapital ist die Voraussetzung dafür, dass wir ein Unternehmen aufbauen können,

kommt es darauf an, was wir unter diesem Kapital verstehen.

Bringen wir Kapital ausschließlich mit Geld in Zusammenhang, lautet der Schluss:

Geld ist die Voraussetzung dafür, dass wir ein Unternehmen aufbauen können.

Was passiert aber, wenn wir Kapital mit den Kompetenzen und Fähigkeiten eines Menschen verbinden?

Dann könnte das Grundkapital eines Menschen, der erfolgreich ein Unternehmen aufbaut, aus ganz anderen Dingen bestehen:

seinen Fähigkeiten,

seinem Wissen,

seiner Kreativität,

seinen Erfahrungen,

seinen Charakterstärken,

seinen Beziehungen,

seiner Begeisterung für eine Idee.

Plötzlich sieht die Aussage ganz anders aus.

Viele unserer Sichtweisen hängen also davon ab, in welchem Zusammenhang wir die Begriffe sehen, mit denen wir unsere Welt beschreiben.

Und damit kommen wir zur eigentlichen Frage:

Welche Elemente des Kapitalismus sollten wir bewahren – und welche müssen wir verändern?

Wachstum – ja. Aber welches?

Ein wichtiges Merkmal kapitalistischer Wirtschaft ist Wachstum.

Grundsätzlich ist Wachstum eine schöne Sache.

Aber welches Wachstum wollen wir?

Ein Wachstum, das nur funktioniert, weil immer mehr konsumiert, produziert, transportiert und weggeworfen wird?

Ein Wachstum, das dauerhaft steigenden Ressourcenverbrauch benötigt?

Oder könnten wir Wachstum vollkommen neu verstehen?

Wie wäre es, wenn wir stärker auf geistiges Wachstum setzen würden?

Wie wäre es, wenn wir größtmögliches Wachstum in Bezug auf:

Sinn,

Freude,

Wissen,

Fähigkeiten,

Kreativität,

Selbstwirksamkeit,

Zusammenarbeit

anstreben würden?

Auf diesem Wege könnten wir in vielen Bereichen nahezu unbegrenzt wachsen, ohne dafür immer mehr materielle Ressourcen verbrauchen zu müssen.

Im Gegenteil.

Wir könnten unsere natürlichen Ressourcen schonen und gleichzeitig unsere menschlichen Ressourcen – Begabungen, Charakterstärken, Leidenschaften, Wissen und Werte – wesentlich besser nutzen.

Vielleicht brauchen wir deshalb nicht weniger Wachstum.

Vielleicht brauchen wir eine andere Definition von Wachstum.

Wir müssen aufhören, Arbeit um der Arbeit willen zu schaffen

Eine Industriegesellschaft brauchte sehr viele menschliche Arbeitskräfte.

Aber immer mehr dieser Arbeiten können Maschinen, Software, Roboter und KI übernehmen.

Eigentlich ist das ein gewaltiger Fortschritt.

Warum sollten Menschen Arbeiten erledigen, die Maschinen schneller, sicherer oder zuverlässiger erledigen können?

Trotzdem halten wir an einer merkwürdigen Vorstellung fest:

Jeder Mensch muss möglichst einen klassischen Arbeitsplatz haben.

Warum?

Weil unser Lebensunterhalt noch immer stark an Erwerbsarbeit gekoppelt ist.

Deshalb versuchen wir Beschäftigung zu erhalten oder neue Arbeitsplätze zu schaffen, selbst wenn deren gesellschaftlicher Nutzen manchmal fragwürdig ist.

Wir sollten aufhören, Arbeit nur deshalb zu erhalten, weil wir uns eine Gesellschaft ohne klassische Vollbeschäftigung kaum vorstellen können.

Die bessere Frage lautet:

Welche Aufgaben sind wirklich sinnvoll – und welche davon sollten Menschen überhaupt noch erledigen?

KI und Robotik könnten uns nicht nur Arbeit wegnehmen.

Sie könnten uns von Arbeiten befreien, allen voran von der puren Erwerbsarbeit.

Dafür müssten wir allerdings lernen, Einkommen und Existenzsicherung zunehmend von Erwerbsarbeit zu entkoppeln.

Produktivität: Als Industriegesellschaft waren wir erfolgreich – als Wissensgesellschaft stehen wir erst am Anfang

Produktiv waren wir vor allem als Industriegesellschaft.

Maschinen produzieren heute Mengen, die früher unvorstellbar gewesen wären.

Aber sind wir genauso produktiv im Umgang mit Informationen und Wissen?

Ich glaube nicht.

Wir verfügen über mehr Informationen als jede Generation vor uns.

Doch Informationen allein lösen kein Problem.

Wir müssen lernen:

Informationen zu finden,

ihre Qualität einzuschätzen,

sie miteinander zu verbinden,

daraus Wissen zu konstruieren

und dieses Wissen schließlich sinnvoll anzuwenden.

Genau hier eröffnet KI enorme Möglichkeiten.

Die nächste Produktivitätsrevolution besteht vielleicht nicht darin, noch schneller noch mehr Produkte herzustellen.

Sondern darin:

aus dem vorhandenen Wissen bessere Entscheidungen und individuellere Lösungen zu entwickeln.
Und lernen: Im Sinne des kurzfristigen Eigennutzen und des langfristigen Gemeinwohls zu denken, so daß wir materiellen Wohlstand und Naturschutz besser in Einklang bringen können.

Was sind die Produktionsmittel einer Wissensgesellschaft?

In der Industriegesellschaft waren Produktionsmittel vor allem:

Fabriken,

Maschinen,

Werkzeuge,

Kapital,

Infrastruktur.

Wer diese Produktionsmittel besaß, hatte einen enormen Vorteil.

In der Wissensgesellschaft verändert sich das.

Natürlich brauchen wir weiterhin Maschinen, Energie, Rechenzentren und Infrastruktur.

Aber ein immer wichtigeres Produktionsmittel ist:

Information.

Informationen sind die Bausteine, aus denen wir Wissen konstruieren.

Damit dieses Wissen möglichst wertvoll wird, brauchen wir qualitativ hochwertige Informationen, möglichst breiten Zugang dazu und vor allem:

denkende, lernende und kreative Menschen.

Deshalb sollten Informationen und Wissen dort, wo keine berechtigten Schutzinteressen entgegenstehen, möglichst frei zugänglich sein.

Open Source, offene Bildungsressourcen, wissenschaftlicher Wissensaustausch und frei zugängliche Wissensplattformen zeigen bereits, welche enorme Kraft daraus entstehen kann.

Vielleicht wird der Zugang zu Wissen irgendwann genauso selbstverständlich sein wie heute der Zugang zu einer öffentlichen Straße.

Die Unternehmen der Zukunft könnten vollkommen anders aussehen

Ein wesentlicher Teil einer neuen Wirtschaft könnten spannende Netzwerkprojekte und Sozialunternehmen sein, die ganz bestimmte gesellschaftliche Probleme lösen.

Daran kann im Prinzip jeder teilnehmen, der das entsprechende Know-how und einen Computer mit Internetzugang besitzt.

Von zu Hause.

Aus einem Co-Working-Space.

Oder von irgendwo auf der Welt.

Viele solcher Unternehmen benötigen keine riesigen Fabrikhallen und Maschinenparks.

Ihr wichtigstes Kapital sind die Menschen.

Ihre Ideen.

Ihre Fähigkeiten.

Ihre Kreativität.

Ihr Engagement.

Und dann stellt sich zwangsläufig eine interessante Frage:

Wenn der Erfolg eines Unternehmens immer stärker vom Wissen, Engagement und der Kreativität seiner Mitmacher abhängt – warum sollten diese Menschen dann ausschließlich Lohnarbeiter sein?

Warum sollten sie nicht stärker am Unternehmen beteiligt werden?

Als Mitarbeiteraktionäre.

Als Genossenschaftsmitglieder.

Als Mitunternehmer.

Oder über vollkommen neue Beteiligungsmodelle.

Vielleicht verschwindet damit langfristig sogar die klare Trennung zwischen Unternehmer und Arbeitnehmer.

Die Aufteilung in Unternehmer und Lohnarbeiter wird verschwimmen

Das unternehmerische Denken sollte deshalb meiner Ansicht nach schon in der Schule wesentlich stärker gefördert werden.

Nicht damit jedes Kind später eine Firma gründet.

Sondern damit junge Menschen lernen:

selbstständig zu denken,

Entscheidungen zu treffen,

Verantwortung zu übernehmen,

Probleme zu erkennen,

Lösungen zu entwickeln,

Projekte umzusetzen,

mit anderen zusammenzuarbeiten.

Eltern könnten ihre Kinder zu Unternehmern ihres eigenen Lebens erziehen.

Dann bedeutet Unternehmertum nicht mehr:

„Ich möchte möglichst viel Geld verdienen.“

Sondern:

„Ich erkenne eine Aufgabe und übernehme Verantwortung dafür, eine gute Lösung zu entwickeln.“

Dezentrale Entscheidungen müssen erhalten bleiben

Ein Merkmal des Kapitalismus halte ich dabei weiterhin für besonders wichtig:

dezentrale privatunternehmerische Entscheidungen.

Menschen brauchen größtmögliche Handlungsfreiheit.

Sie sollten Ideen ausprobieren dürfen.

Unternehmen gründen.

Neue Lösungen entwickeln.

Scheitern.

Neu anfangen.

Eine zukünftige Wirtschaftsordnung sollte diese Freiheit nicht durch eine zentrale Planungsbehörde ersetzen.

Gerade KI eröffnet hier eine interessante Möglichkeit:

Wir könnten sehr viel besser koordinieren, ohne zwangsläufig alles zentral kontrollieren zu müssen.

Netzwerke könnten sich selbst organisieren.

Menschen könnten ihre Bedarfe melden.

Unternehmen und Projektgruppen könnten unterschiedliche Lösungen entwickeln.

KI könnte Informationen über Ressourcen, Kapazitäten und Bedürfnisse zusammenführen.

Wir müssten nicht mehr abwarten, was der Markt zu bieten hat, sondern bestellen genau das, was wir brauchen, direkt beim Hersteller. Das Ganze ohne von Werbung beeinflusst zu werden.

Kurz: Wir produzieren nur noch für echte Bedürfnisse, die wir direkt an die jeweils relevanten Unternehmen mit Hilfe von KI weiterleiten.

So könnte eine Wirtschaft entstehen, die gleichzeitig:

dezentral und koordiniert

ist.

Das Streben nach Geldgewinn muss seine Vorrangstellung verlieren

Hier liegt für mich eine der wichtigsten Veränderungen.

Gewinn ist nicht grundsätzlich schlecht.

Ein Unternehmen muss heute wirtschaftlich überleben können.

Gewinne ermöglichen:

Investitionen,

Rücklagen,

Forschung,

Entwicklung,

Risikobereitschaft.

Problematisch wird es, wenn Gewinn vom Mittel zum obersten Ziel wird.

Dann werden Entscheidungen getroffen, die kurzfristig rentabel sind, langfristig aber Menschen, Gesellschaft oder Natur schaden.

Deshalb sollte nicht das Streben nach Geld im Mittelpunkt stehen.

Sondern:

Sinn und Freude.

Was wäre, wenn Menschen statt nach der vermeintlich sichersten Geldverdienstquelle mit aller Kraft danach streben würden, eine Aufgabe zu finden, die zu ihren Fähigkeiten, Leidenschaften und Werten passt?

Was würde sich dadurch verändern?

Vermutlich sehr viel.

Warum verdienen manche gesellschaftlich wichtigen Tätigkeiten so wenig?

Hier zeigt unser heutiges Belohnungssystem eine seiner großen Schwächen.

Es gibt Tätigkeiten, mit denen einzelne Menschen sehr viel Geld verdienen können.

Zum Beispiel in Unterhaltung, Management, Finanzwirtschaft oder Spitzensport.

Und es gibt Tätigkeiten, die für unsere Gesellschaft enorm wichtig sind, aber vergleichsweise schlecht bezahlt werden.

Menschen pflegen Kranke.

Sie kümmern sich um Alte.

Sie erziehen Kinder.

Sie helfen Menschen in Lebenskrisen.

Sie engagieren sich für ihre Mitmenschen.

Sie haben Visionen und entwickeln gesellschaftliche Konzepte und Lösungsansätze, die sich nicht sofort verkaufen lassen.

Der Marktpreis einer Tätigkeit sagt deshalb nicht automatisch etwas über ihren gesellschaftlichen Wert aus.

Gerade heute, wo viele Menschen trotz materiellen Wohlstands nach Sinn, Orientierung und Lebensfreude suchen, könnten Tätigkeiten rund um Persönlichkeitsentwicklung, Bildung, Gemeinschaft und gesellschaftliche Gestaltung wichtiger werden.

Wir verfügen bereits über großartige Technik.

Unsere vielleicht größere Aufgabe besteht inzwischen darin, Menschen dabei zu helfen, diese Technik sinnvoll, kompetent und zum Wohl von sich selbst und anderen einzusetzen.

Weniger Massenmenschen bedeuten vielleicht auch weniger Massenmärkte

Ein weiterer Wandel könnte große Einkommensunterschiede langfristig verringern.

Je selbst bestimmter Menschen leben, desto individueller werden ihre Bedürfnisse.

Und je individueller die Bedürfnisse werden, desto schwieriger wird es für wenige Anbieter, einen riesigen Markt mit einem einzigen Massenprodukt zu beherrschen.

Statt:

wenige Anbieter → Millionen nahezu identische Konsumenten

könnte zunehmend entstehen:

viele individuelle Bedürfnisse → viele spezialisierte Anbieter

Das könnte wirtschaftliche Macht stärker verteilen.

Besonders dann, wenn diese Produkte und Dienstleistungen in Netzwerken entstehen, in denen die Beteiligten auch an Eigentum und Entscheidungen beteiligt sind.

Auch unsere Werte sind Wirtschaftsmacht

Eine Möglichkeit wird häufig unterschätzt:

Wir entscheiden mit unserem Verhalten darüber, welche Unternehmen erfolgreich sind.

Wenn Millionen Menschen ein Produkt nicht mehr kaufen, bekommt das Unternehmen dahinter die Veränderung unmittelbar zu spüren.

Deshalb ist Wertewandel keine rein philosophische Angelegenheit.

Er kann wirtschaftliche Folgen haben.

Was würde passieren, wenn immer mehr Menschen nicht mehr zuerst fragen:

„Was ist am billigsten?“

sondern:

„Wie wurde es hergestellt?“

„Wie lange hält es?“

„Kann ich es reparieren?“

„Welche Auswirkungen hat es auf Menschen und Natur?“

„Brauche ich es überhaupt?“

Dann müsste sich auch das Angebot verändern.

Eine andere Wirtschaft beginnt deshalb nicht ausschließlich in Parlamenten und Vorstandsetagen.

Sie beginnt teilweise bei unseren alltäglichen Entscheidungen und Gewohnheiten.

Konkurrenz ist nicht grundsätzlich schlecht

Auch Konkurrenz gehört für mich nicht auf den Müllhaufen.

Das Konkurrenzprinzip ist eine wichtige treibende Kraft der Marktwirtschaft.

Es ermöglicht dem Kunden:

Leistungen zu vergleichen,

Preise zu vergleichen,

unterschiedliche Lösungswege auszuwählen.

Und es zwingt Anbieter dazu, sich anzustrengen.

Das hat wesentlich dazu beigetragen, dass Produkte besser und für viele Menschen erschwinglicher wurden.

Aber Konkurrenz ist kein Naturgesetz, das wir auf jeden Lebensbereich anwenden müssen.

Die entscheidende Frage lautet:

Wo bringt Kooperation bessere Ergebnisse – und wo Konkurrenz?

Kooperation und Konkurrenz gehören zusammen

Stell dir vor, wir wollen ein gesellschaftliches Problem lösen.

Menschen schließen sich zu einer Gruppe zusammen.

Innerhalb dieser Gruppe kooperieren sie.

Sie verfolgen ein gemeinsames Ziel.

Aber vielleicht gibt es drei andere Gruppen, die dasselbe Problem auf andere Weise lösen wollen.

Zwischen diesen Gruppen entsteht Konkurrenz.

Und das kann sehr wertvoll sein.

Jede Gruppe entwickelt ihren Lösungsansatz.

Am Ende können Menschen vergleichen:

Welche Lösung funktioniert besser?

Welche passt besser zu mir?

Welche verbraucht weniger Ressourcen?

Welche hat weniger Nebenwirkungen?

Der Idealfall lautet deshalb nicht:

Konkurrenz oder Kooperation.

Sondern:

Kooperation dort, wo wir gemeinsam stärker sind – und fairer Wettbewerb dort, wo unterschiedliche Lösungen Fortschritt erzeugen.

Dafür brauchen wir allerdings faire Wettbewerbsregeln.

Und mündige Menschen, die sich mit den angebotenen Lösungen tatsächlich auseinandersetzen.

Wo Konkurrenz schädlich wird

Es gibt allerdings Bereiche, in denen wir unser Konkurrenzdenken dringend überdenken sollten.

Konkurrenz um die Existenz

Menschen sollten nicht gegeneinander antreten müssen, nur um ihre grundlegende Existenz zu sichern.

Hier könnte ein Grundeinkommen oder eine andere garantierte Grundversorgung enorme Veränderungen ermöglichen.

Wer freiwillig arbeitet, weil er eine Aufgabe sinnvoll findet, besitzt eine vollkommen andere Motivation als jemand, der aus Existenzangst jede angebotene Arbeit annehmen muss.

Konkurrenz um Macht

Problematisch wird Konkurrenz auch, wenn Menschen mit allen Mitteln um Positionen kämpfen, die ihnen enorme Macht über andere geben.

Gerade dort brauchen wir nicht unbedingt diejenigen, die sich am aggressivsten durchsetzen können.

Wir brauchen Menschen, deren Fähigkeiten, Charakter und Werte tatsächlich zur Aufgabe passen.

Konkurrenz um Einkommen und Status

Wenn Menschen ihren persönlichen Wert daraus ableiten, mehr Geld, Einfluss oder Status zu besitzen als andere, verbrauchen wir gewaltige Mengen Energie in zwischenmenschlichen Konkurrenzkämpfen.

Eine Gesellschaft, die Sinn, Freude, Beitrag und persönliche Entwicklung stärker wertschätzt, könnte einen erheblichen Teil dieser Energie für sinnvollere Aufgaben einsetzen.

Konkurrenz in der Schule

Auch unser Bildungssystem setzt Kinder früh miteinander in Konkurrenz.

Dabei vergleichen wir Menschen mit völlig unterschiedlichen Begabungen anhand weitgehend gleicher Maßstäbe.

Der sprachlich begabte Schüler tritt gegen den sprachlich weniger begabten an.

Andere Fähigkeiten bleiben vielleicht fast unsichtbar.

Eine zukünftige Schule sollte weniger fragen:

„Bist du besser als die anderen?“

und stärker:

„Welche Fähigkeiten besitzt du – und wie kannst du sie entwickeln?“

Der Kapitalismus der Zukunft braucht einen neuen Kompass

Vielleicht besteht unser Fehler darin, dass wir versuchen, ein Wirtschaftssystem entweder vollständig zu verteidigen oder vollständig abzuschaffen.

Warum?

Wir könnten seine funktionierenden Elemente behalten.

Dezentrale Entscheidungen.

Unternehmerische Freiheit.

Innovation.

Wettbewerb unterschiedlicher Lösungen.

Eigeninitiative.

Und gleichzeitig seine problematischen Seiten verändern:

Existenzangst.

extreme Machtkonzentration.

kurzfristige Profitmaximierung.

Ressourcenverschwendung.

künstlich erzeugte Bedürfnisse.

die Abhängigkeit des Lebensunterhalts von Erwerbsarbeit.

Vielleicht brauchen wir deshalb keinen Anti-Kapitalismus.

Vielleicht brauchen wir einen neuen Kapitalismus.

Einen Kapitalismus, in dem Kapital nicht hauptsächlich bedeutet:

Wie viel Geld besitzt du?

Sondern:

Was kannst du?

Was weißt du?

Was kannst du beitragen?

Welche Probleme kannst du lösen?

Aber woran erkennen wir, ob diese neue Wirtschaft besser funktioniert?

Hier kommt eine Entwicklung ins Spiel, die früher kaum möglich gewesen wäre.

Wir können immer besser messen, welche Folgen wirtschaftliche Entscheidungen tatsächlich haben.

Computer und KI können riesige Datenmengen auswerten.

Wir können beispielsweise untersuchen:

Wie beeinflussen Arbeitsbedingungen die Gesundheit?

Welche Folgekosten entstehen durch Krankheit?

Wie wirken sich bestimmte Produktionsweisen auf Böden, Wasser und Artenvielfalt aus?

Welche Kosten entstehen später durch Umweltzerstörung?

Wie langlebig ist ein Produkt?

Wie reparierbar?

Wie hoch ist sein Ressourcenverbrauch?

Damit könnten wir zunehmend sichtbar machen, was kurzfristige Gewinne häufig verdecken:

Eine Entscheidung kann heute billig erscheinen und uns morgen sehr teuer zu stehen kommen.

Wenn wir Natur zerstören und anschließend Milliarden für ihre Wiederherstellung ausgeben müssen, war das keine besonders intelligente Wirtschaftsweise.

Wenn Menschen durch schlechte Arbeitsbedingungen krank werden und anschließend hohe Gesundheits- und Sozialkosten entstehen, gilt dasselbe.

KI könnte uns deshalb helfen, nicht nur den kurzfristigen Geldgewinn zu berechnen.

Sondern die langfristigen Folgen unseres Handelns.

Der wichtigste Maßstab: das Wohl von Mensch und Natur

Damit kommen wir zur eigentlichen Antwort auf die Frage dieses Artikels.

Soll der Kapitalismus abgeschafft werden?

Nein.

Zumindest nicht, wenn wir darunter unternehmerische Freiheit, dezentrale Entscheidungen, Eigeninitiative, Innovation und den Wettbewerb unterschiedlicher Lösungen verstehen.

Aber er muss grundlegend neu ausgerichtet werden.

Worauf?

Darauf, dass das langfristige Wohl von Menschen, Tieren und Pflanzen über kurzfristig möglichem finanziellen Profit steht.

Wie erreichen wir das?

Nicht allein durch neue Gesetze.

Nicht allein durch neue Technologien.

Und auch nicht allein durch KI.

Sondern vor allem durch:

ein neues Denken und Handeln.

Durch Werte und Gewohnheiten, die wir nicht nur fordern, sondern tagtäglich leben.

 

Manifest einer von Lebensunternehmern selbst organisierten Gesellschaft

Am Ende entscheidet nicht das Wirtschaftssystem allein, sondern der Mensch als Teil davon

Wir können die besten Regeln entwickeln.

Wir können künstliche Intelligenz einsetzen.

Wir können ökologische Auswirkungen messen.

Wir können Unternehmen demokratischer organisieren.

Wir können Grundeinkommen ausprobieren.

Wir können Wissen frei zugänglich machen.

Aber wenn Menschen weiterhin nur danach streben,

möglichst viel zu besitzen,

möglichst viel Macht zu bekommen,

möglichst viel für sich herauszuholen

und Verantwortung möglichst anderen zu überlassen,

wird auch das beste Wirtschaftssystem irgendwann an Grenzen stoßen.

Deshalb gehört zu einer neuen Wirtschaftsordnung auch eine menschliche Entwicklung.

Menschen, die Freiheit wollen, müssen Verantwortung übernehmen können.

Menschen, die selbst bestimmt leben möchten, müssen lernen, selbst zu denken und Entscheidungen zu treffen.

Menschen, die weniger äußere Kontrolle wollen, müssen sich stärker selbst steuern können.

Oder anders gesagt:

Wir Menschen sind so weit frei, wie wir reif sind.

Fazit: Nicht abschaffen – weiterentwickeln

Der auf materiellen Wohlstand ausgerichtete Kapitalismus hat uns enorme Produktivitätsfortschritte und einen historisch außergewöhnlichen materiellen Wohlstand ermöglicht.

Aber das bedeutet nicht, dass seine heutige Form das Ende unserer wirtschaftlichen Entwicklung sein muss.

Die Industriegesellschaft brauchte eine andere Wirtschaftsordnung als die Agrargesellschaft.

Warum sollte eine durch KI, Robotik und globale Wissensnetzwerke geprägte Gesellschaft dauerhaft nach denselben Regeln funktionieren wie die Industriegesellschaft des 20. Jahrhunderts?

Vielleicht lautet der nächste Entwicklungsschritt:

vom Geldkapital zum menschlichen Kapital,

vom materiellen Wachstumszwang zum Wachstum von Wissen, Fähigkeiten, Sinn und Lebensqualität,

vom Lohnarbeiter zum Lebensunternehmer,

von Konkurrenz als Grundhaltung zu Kooperation mit fairem Wettbewerb,

von kurzfristiger Gewinnmaximierung zu langfristigem Wohlstand,

vom passiven Konsumenten zum verantwortungsvollen Mitgestalter.

Dann müssten wir den Kapitalismus nicht zerstören.

Wir könnten das bewahren, was funktioniert, und verändern, was uns inzwischen schadet.

Und vielleicht verliert dabei sogar das Geld langfristig einen Teil seiner heutigen Bedeutung.

Nicht durch einen großen Systembruch.

Sondern weil wir nach und nach bessere Lösungen für die Aufgaben entwickeln, die Geld heute für uns übernimmt.

Der Kapitalismus der Zukunft wäre dann möglicherweise kaum noch mit dem Kapitalismus vergleichbar, den wir heute kennen.

Vielleicht brauchen wir dafür irgendwann sogar einen neuen Namen.

Doch viel wichtiger als der Name ist der Kompass:

Dient unsere Wirtschaft dem Menschen und seinen natürlichen Lebensgrundlagen – oder müssen Mensch und Natur der Wirtschaft dienen?

Für mich ist die Antwort eindeutig.

Die Wirtschaft ist für unser Wohlbefinden da, indem sie unsere Bedürfnisse befriedigt.

Nicht wir sind für die Wirtschaft da, damit die Kasse klingelt.

Und wenn dieser Gedanke eines Tages selbstverständlich geworden ist, könnte auch nachhaltiges Handeln selbstverständlich werden.

 

🧭 Ich hoffe, ich konnte mit diesem Artikel Folgendes bei dir bewirken:

    • dass du den Begriff Kapitalismus nicht automatisch nur mit Geld, Profit und Ausbeutung verbindest.
    • dass du erkennst, dass Kapital auch aus Fähigkeiten, Wissen, Kreativität und Verantwortung bestehen kann.
    • dass du verstehst, warum unternehmerische Freiheit, dezentrale Entscheidungen und Innovation weiterhin wichtig bleiben.
    • dass du erkennst, dass nicht Wettbewerb an sich das Problem ist, sondern blinder Wettbewerb dort, wo Kooperation bessere Ergebnisse bringt.
    • dass du dir die Frage stellst, welches Wachstum wir künftig eigentlich wollen.
    • dass du verstehst, warum geistiges Wachstum, Sinn, Freude, Fähigkeiten und Lebensqualität genauso wichtig sein können wie materielles Wachstum.
    • dass du erkennst, warum KI und Robotik die klassische Trennung zwischen Unternehmer und Lohnarbeiter weiter auflösen könnten.
    • dass du hinterfragst, warum gesellschaftlich wichtige Tätigkeiten oft schlechter bezahlt werden als wirtschaftlich besonders profitable.
    • dass du erkennst, dass der Marktpreis einer Tätigkeit nicht automatisch ihren gesellschaftlichen Wert widerspiegelt.
    • dass du dir bewusst machst, wie stark unsere alltäglichen Kaufentscheidungen und Werte wirtschaftliche Entwicklungen beeinflussen.
    • dass du verstehst, warum eine neue Wirtschaftsordnung nicht nur neue Technik und neue Regeln braucht, sondern auch verantwortungsvollere Menschen.

Und vor allem möchte ich dich dazu anregen, die zentrale Frage neu zu stellen:

Nicht: Soll der Kapitalismus abgeschafft werden?

Sondern:

Welche Elemente sollten wir bewahren – und welche müssen wir verändern, damit die Wirtschaft langfristig dem Wohl von Mensch und Natur dient?

💬 Was denkst du darüber?

Schreib mir gerne deine Gedanken oder Fragen in den Live-Chat oder in die Community.

Welche drei Dinge am Kapitalismus würdest du unbedingt behalten  und welche drei würdest du sofort verändern?

Danach kannst du vertiefen:

  1. Was bedeutet „Kapital“ für dich persönlich?
  2. Ist Wachstum grundsätzlich gut – oder nur eine bestimmte Form davon?
  3. Welche Art von Wachstum brauchen wir künftig mehr: materielles, geistiges oder soziales?
  4. Wo ist Konkurrenz sinnvoll – und wo schadet sie?
  5. Welche gesellschaftlich wichtigen Arbeiten werden heute zu schlecht bewertet?
  6. Sollte jeder Mitarbeiter stärker am Unternehmen beteiligt sein?
  7. Was würde sich ändern, wenn Existenzsicherung stärker von Erwerbsarbeit entkoppelt wäre?
  8. Sollte Schule stärker unternehmerisches Denken und Selbstwirksamkeit fördern?
  9. Welche Werte müssten Unternehmen künftig höher gewichten als kurzfristigen Gewinn?
  10. Wie könnte man das langfristige Wohl von Mensch und Natur tatsächlich messen?

Die stärkste Abschlussfrage wäre:

Brauchen wir wirklich ein neues Wirtschaftssystem – oder vor allem einen neuen Kompass für das bestehende?

Dieser Artikel wurde mit Hilfe von chatGPT erstellt und enthält viele eigene Erfahrungen und Erkenntnisse von mir. 

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Infoprodukte, Dienste und inspirierende Inhalte für Sozialunternehmer (Social Entrepreneure)

Kostenfreie Einsteiger-Angebote Focus-Angebote VIP-Angebote Videos, Infos, Infoprodukte und Dienste
Creative Commons Lizenzvertrag

Diese CC-Lizenz gilt für viele Artikel auf dieser Website!
Falls Interesse besteht, einfach hier kurz mitteilen, um welche Inhalte es geht.